|
|
|
|
Schweiz - Alaska (Juni bis Juli 2000) Nach einer rund 1-jaehrigen Vorbereitungsphase (Fahrzeugbau, Dokumentenbeschaffung,
Routenplanung etc.) haben wir am 27. Mai auf dem Münsterplatz in Basel einen
Abschiedsapèro inkl. Fahrzeugtaufe organisiert. Unser Camper trägt nun den
baseldeutschen Namen "Syydiaan", was soviel bedeutet wie: tüchtiger, aber auch
zweifelhafter Kerl. Am 27. Juni kam er dann tatsächlich planmässig und unbeschädigt in Tacoma an der westamerikanischen Küste
an. Von dort aus begann eine rund 5000 km lange Fahrt über Seattle, Vancouver, Whitehorse
und Fairbanks Richtung Norden
zum Ausgangspunkt unserer Reise nach In Prudhoe Bay beginnt nach inoffiziellen Angaben die Panamericana, der Highway No 1, die Traumstrasse der Welt! (Offiziell beginnt der Highway in Anchorage). Die Panamericana ist ca. 30'000 km lang und endet ganz im Süden von Argentinien, in Usuhaia. Sie durchquert 18 Länder von Nord- über Mittel- nach Südamerika und ist nur an einer Stelle, im Darien-Sumpfgebiet von Panama, unterbrochen. Prudhoe Bay ist eigentlich nur ein Ölfeld-Camp mit 25 wirklichen Einwohnern und rund 4000 Ölfirmen-Angestellten. Die Temperaturen erreichen im Sommer immerhin 26 Grad Celsius, gehen aber im Winter bis auf -49 Grad runter (bei Mitberechnung des Windkältefaktors bei bspw. 60km/h wird aus -48 Grad -93 Grad). Im Sommer gibt es in Prudhoe Bay sehr viele Mosquitos, toll, jetzt haben wir Sommer! Noch ein paar interessante Daten zu Prudhoe Bay: dieses Gebiet liegt 500 km nördlich vom Polarkreis, dementsprechend ist der längste Tag 63 Tage, 23 Stunden und 40 Minuten, er begann am 20. Mai und endete am 22. Juli. Die längste Nacht hingegen dauert 54 Tage, 22 Stunden und 51 Minuten und beginnt am 24. November und endet am 18. Januar 2001. Ja dann, "guet Nacht zämme"! Die tiefste je gemessene Temperatur lag bei -52 Grad. Da sich auf dem Weg nach Prudhoe Bay der Kupplungszylinder verabschiedete, liessen wir
in Fairbanks einen Neuen extra aus Deutschland einfliegen und ersetzten diesen. Auf den
letzten hundert Kilometer Schotterpiste stellten wir leider fest, dass wir in Fairbanks
den Falschen ersetzten. So fuhren wir halt, ohne zu kuppeln, weiter und liessen in Prudhoe
Bay den Unteren einfliegen. Nach 2 Tagen kam dann tatsächlich ein falsches Teil (Markus
war am Anschlag!) und so mussten wir 3 weitere Tage auf den richtigen Zylinder warten.
Vermutlich sind wir die einzigen Touristen, die länger als eine Nacht in Prudhoe Bay
verbrachten, denn ausser Ölfeldern, 3 Containerhotels und einem General Store gibt's da
wirklich nicht viel zu sehen. Zum Glück hatten wir genügend Bier mitgenommen, denn
Prudhoe Bay ist ein "Drycamp", was soviel heisst wie: keinen Alkohol! Wir beobachteten verschiedene Tiere wie Caribous, Biber, Polarfuechse, Schneeschuhhasen, Schwarz-, Grizzly- und Gummibären (letztere nur in der Plastiktüte). An einem Abend besuchte uns sogar ein Grizzly, er stand auf die Motorhaube und äugte in die Kabine. Staun!
(Anmerkung der Redaktion: Leider sind die
Schneeschuhasen derart flink,
|