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Reisebericht 2
Alaska - USA (August 2000)
Wir beginnen unseren Reisebericht in Fairbanks. Nach dem wir aus Prudhoe Bay zurück
waren, stoppten wir nur noch kurz in Fairbanks um die Kupplungszylindergeschichte zu
beenden und um die Auspuffanlage zu ersetzen. Beides endete mit einem Happy End: den
falschen Zylinder konnten wir bei Mercedes kostenlos zurück geben und der Auspuff war
viel guenstiger als erwartet. Mit dem gesparten Geld gingen wir am Abend ins Captain
Bartlett Pub und füllten uns die Lampe! Nils bereute diesen Absturz aber am folgenden
Tag, er war bis 15 Uhr nicht ansprechbar! Kein Wunder, denn nach einem halben Liter Glas
Long Island Icetea ist es schwer, am folgenden Tag ohne Kopfweh aufzustehen.
Nun war es definitiv Zeit, dieses Städtchen zu verlassen und wir machten uns auf den Weg
zum Denali Nationalpark. Dieser ist Alaskas beliebtester Park und hat dementsprechend
viele Touris. Leider waren auch alle Campingplätze im Park ausgebucht, weil alle Leute
schon Wochen vorher ihre Reservationen tätigen. Auf eine 13-stuendige Bustour im engen
Schulbus verzichteten wir gerne. So entschlossen wir uns, einen Spaziergang im
Nationalpark zu machen. Der Denali N.P. ist bekannt für die vielfältige Tierwelt und
natürlich für Nordamerikas höchsten Berg, den Mount Mc Kindley (6193 m). Der Denali,
wie ihn die Einheimischen nennen, ist aber leider nur an rund 90 Tagen im Jahr sichtbar,
deshalb bekamen auch wir ihn nicht zu sehen. Da wir einen Geheimtipp bekamen, fuhren wir
am nächsten Tag weiter nach Petersville und versuchten, den Denali von hinten her zu
sehen. Und siehe da, gegen Mittag verzogen sich die Wolken und da stand er nun,
schneebedeckt und wunderschön im Sonnenlicht!
Nach diesem Erfolg gönnten wir uns eine Pizza bei Angela und Klaus in Trapper Creek,
einem deutschen Paar (Germany zero points...), die dort seit 2 Jahren ihr Glück mit
Pizzabacken versuchen. Zu ihren Stammgästen zählt auch Joseph G. Goldiger, ein
80jaehriger baertiger Schweizer, der nicht mehr Schweizerdeutsch kann und zur Zeit als
Privatdetektiv ermittelt. Das war nun definitiv zuviel für uns. So verliessen wir Trapper
Creek in Richtung Anchorage, Alaskas und heimliche Hauptstadt. (Juneau ist die offizielle
Hauptstadt, ist aber nur per Schiff erreichbar).
Dort shoppten wir, sahen uns einen Dokumentationsfilm über Wölfe an (ja, liebe Schweizer
Bauern und Jäger, da würdet ihr staunen...), genossen die einheimische Küche im
"Thai Kitchen", hörten Live-Blues im "Blues Central" und testen die
lokalen Drinks im "Chilkoot Charlies". Als wir das letzte Lokal verliessen, war
es dunkel - dunkel? - ja genau, seit langer Zeit wurde es wieder einmal richtig Nacht!
Nach Anchorage freuten wir uns auf die Gletscher- und Fjordlandschaften der Kenai
Halbinsel. Leider wollte aber den Wettergott nicht, dass wir in Genuss dieser
Naturspektakel kamen, so konnten wir nur den Exit Glacier bewundern und die anderen auf
Postkarten. So versuchten wir unser Glueck auf dem Wasserweg. Wir buchten eine Fähre von
Seward nach Valdez. An diesem Morgen war das Wetter wirklich nicht schlecht, es war
katastrophal: Nebel, Kälte, Wind und natürlich Regen begleiteten uns auf der
13stuendigen Fahrt mit der MS Tustumena. Trotzdem war diese Überfahrt ein lustiges
Erlebnis. Erstens sahen wir Seehunde, Delfine und Seeotter. Und zweitens trafen wir
"interessante" Traveller, wie z.B eine Quebeckerin (eine aus Quebec), die die
Panamericana mit dem Fahrrad macht und die ganzen 13 Stunden ununterbrochen babelte, Mike,
ein (vermutlich) schwuler Motorradfahrer im Lederkombi aus Santa Cruz, der uns zu ihm nach
Hause einlud, Wolfgang und Gertrude, zwei Düsseldorfer, die nur dumm schwatzen
(EU-Beitritt und so) und Julia und Volker, zwei Kampfpuzzler aus Hamburg. Mit Julia und
Volker bzw. mit dem 1000er Puzzle verbrachten wir die meiste Zeit.
Über den "Top of the world" Highway verliessen wir ein verregnetes, aber von
der Fauna und Flora sehr eindrückliches Alaska.
Die erste Station in Kanada hiess Dawson City. Dieses Städtchen sieht immer noch gleich
aus wie zu seinen besten Goldgräberzeiten: unbefestigte Strassen und Häuser im
Wildweststil. Zu Zeiten des Goldrausches versuchten hier 10'000de ihr Glück zwischen
Yukon und Klondike. Da konnten wir natürlich auch nicht zurückstehen. So mieteten wir
eine Goldgräberpfanne und versuchten, nach einer kurzen Instruktion, unsere Reisekasse
wieder aufzubessern! Mit von der Partie war auch noch Jens aus Hamburg, ein sympathischer
Motorradfahrer (mit einer Africa Twin), der ebenfalls auf der Panamericana unterwegs ist.
Wir brauchen an dieser Stelle eigentlich nicht anzumerken, dass wir kein Gold fanden...!
Weiter ging's nach Whitehorse und über den schönen Cassiar-Highway nach Prince George.
Unterwegs kamen wir auch noch zu unserer ersten Golfpartie! Wir spielten an einem lauen
Sommerabend am Francis Lake eine "Sonnenuntergang-9-Loch-Partie". Wie wild
pfefferten wir die Bälle in die umliegenden Wälder, Büsche und Teiche. Hei, macht das
Spass!
In Prince George stiess an 11. August Barbara zu uns. Sie brachte auch noch
Servicematerial für Syydiaan mit, welches wir am nächsten Tag sofort an- und einbauen
liessen. Mit dabei hatte sie auch die von Nils sehnlichst erwarteten FCB-Matchberichte,
Leckerli und Rahmdäfeli. Hmmmm!
Zu dritt ging's nun weiter in Richtung Jasper- und Banff National Park. Diese beiden Parks
stellen Kanada dar, wie man es sich immer vorstellt: schneebedeckte Berge mit Gletscher,
türkisblaue Seen, Wälder und viele Tiere. Und zu unserer Freude das Ganze in
Sonnenschein! wir nutzten diese Gelegenheit um fast täglich eine mehrstündige Wanderung
zu machen. Dabei sahen wir immer wieder neue Tiere. Sehr hilfreich bei der Bestimmung
dieser "Viecher" ist unser Buch: Säugetiere in Nordamerika. Wir konnten darin
wieder viele neue Tiere auf der Checkliste ankreuzen. So z.B. das Bighorn Sheep, das Hoary
Marmot, den Golden-Manteled Squirrel, den Elk und das Mule Deer.
Wir erreichten Vancouver über den Highway Nr. 1, den Trans-Canada-Highway der hier
ausnahmsweise von Osten nach Westen führt. Mit der Faehre schipperten wir in 1 1/2
Stunden von Horseshoe Bay nach Nanaimo auf Vancouver Island.
Diese Insel ist ca. 450 km lang und 100 km breit. Es leben etwa 500'000 Leute darauf,
welche sich die vielseitige Natur dieser Insel teilen. Es gibt hier Berge mit Skigebieten,
Regen- und Urwälder, kilometerlange Surfstrände (aber sehr kaltes Wasser) und natürlich
nicht endenwollende Wälder mit ebensovielen Seen. Neben den bereits bekannten
Landtierarten bekamen wir nun auch Killerwale zu sehen. Diese sind hier während des
Sommers oft in den Fijorden zu sehen. Wir hatten das Glück, dass wie keine teure
Whale-Watching-Tour bezahlen mussten, da wir vom Ufer aus eine Gruppe von ca. 15
Killerwalen beobachten konnten.
Wir erkundeten diese Insel ziemlich ausführlich und fuhren dabei wieder sehr viele
Kilometer auf ungeteerten Nebenstrassen. So holten wir nun auch den ersten Plattfuss! Aber
auf diese Weise fanden wir auch immer wieder abenteuerliche Schlafplätze an Flüssen,
Seen und faszinierenden Aussichtspunkten. Eigentlich hatten wir immer traumhafte
Standplätze in Mitten der Natur gefunden. Dies gilt auch fuer Alaska und den Rest
Kanadas. Was gibt es denn schöneres, als am Abend unter dem Sternenhimmel zu grillieren
und ein Bierchen zu trinken?
Über Victoria verliessen wir Kanada am 31. August 2000 mit der Fähre nach Port Angeles
in den USA.
An dieser Stelle möchten wir auch einmal erwähnen, wie weitläufig Alaska und der Westen
Kanadas sind. Wir legten in diesen 2 Monaten rund 15'000 km zurück! Noch etwas für die
Statistiker unter Euch: wir verbrauchen im Schnitt 16 Liter Diesel auf 100km bei einer
Höchstgeschwindigkeit von 90km/h und einer Durchschnittsgeschwindigkeit, je nach
Gelände, von 40km/h bei 3,5 Tonnen Gesamtgewicht (Biervorrat nicht eingerechnet) und das
bei satten 90 PS! Das zeigt und immer wieder, das wir in einer anderen Dimension reisen.
Wir fielen sozusagen in ein Dimensionsloch!
Dazu eine genauere Definition dieses Phaenomens aus dem Buch: die 13 1/2 Leben des Kaept'n
Blaubärs von Walter Moers. Ein Buch, welches wir übrigens allen empfehlen zu lesen.
Aus dem "Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene
Zamoniens und Umgebung" von Prof. Dr. Addul Nachtigaller Dimensionslochraum, der: Es
ist eigentlich ganz einfach, sich einen Quadratmeter des Dimensonslochraumes vorzustellen,
vorausgesetzt, man hat mind. 7 Gehirne:
Stellt euch einfach einen Zug vor, der mit einer Kerze auf dem Dach durch ein schwarzes
Loch fährt, während du selbst mit einer Kerze auf dem Kopf auf einem Glockenturm auf dem
Mars stehst und eine Uhr auf ziehst, die genau einen Quatratmeter gross ist, und ein Uhu,
der übrigens auch eine Kerze auf dem Kopf trägt, in entgegengesetzter Richtung zum Zug
und mit Lichtgeschwindigkeit durch einen Tunnel fliegt, welcher gerade von einem schwarzen
Loch verschluckt wird, das ebenfalls eine Kerze auf dem Kopf trägt (sofern ihr ein
schwarzes Loch mit einer Kerze auf dem Kopf vorstellen könnt, dazu benötigt man mind. 4
Gehirne). Verbindet man die 4 Punkte, an denen die Kerzen brennen, mit einem Buntstift,
und du hast einen Quadratmeter des Dimensonslochraums. Auf der Uhr kannst du übrigens
nachsehen, wie spät es auf dem Mars ist, sogar im Dunkeln, denn du hast ja eine Kerze auf
Kopf.
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