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Reisebericht 4

USA  (Oktober  2000)

Nachdem wir das Naturwunder "Bryce Canyon" verlassen haben, machten wir uns auf den Weg zur Velostadt Moab. Diese kleine Stadt liegt eingebettet in einem grünen, künstlich bewässerten Tal, umgeben von roten Steinbergen. Sie ist auch sehr beliebt bei 4x4-Fanatikern. Von dort aus gibt es unzähligen Möglichkeiten, den Jeep selbst in den Felsspalten zu versenken oder eine geführte 4x4-Tour zu machen. Diese Touren sind leider viel zu teuer – dafür wird einem schlecht. So entschieden wir uns, unser Leben auf einem Velo zu riskieren. Wir mieteten uns tolle, vollgefederte Mountainbikes und machten uns auf den Weg zum Slickrock-Trail. Diese 13 Meilen lange Tour über unzählige runde Felsen, steil hinauf und hinunter, brachte auch uns ans Limit unserer hoch trainierten Körper.

In und um Moab beeindruckten uns drei weitere Dinge:

  1. der Deadhorse Point: dort hat der Colorado River eine sensationelle Schlucht geformt. Und wenn man da (wie wir) noch zum Sonnenuntergang steht, fällt einem fast der Unterkiefer auf den Boden.
  2. der Arches National Park www.nps.gov/arch/ mit seinen riesigen, roten Sandsteinbögen
  3. Peter Weibel mit seinen sensationellen Fotos. Dieser Ex-Stadtberner ist Fotograph bei Geo, National Geographic, Animan etc. und lebt dort in einem genialen "Navajo"- Haus. Er lud uns zum Nachtessen ein, um uns wertvolle Mexico-Tipps zu geben.

Im Moab Brewery-Pub lernten wir auch noch David Blank aus Philadephia kennen. Dieser witzige Kerl ist auch auf der Panamericana unterwegs. Und zwar mit Motorrad und Hund! Dazu hat er eine Hundebox hinten auf seine Kawa-Enduro geschraubt. Diese ist ihm während der Fahrt schon mehrmals runtergefallen. Armer Hund!

Nach 4 Tagen in Moab verliessen wir den Staat Utah und fuhren in ein wunderschönes, herbstliches Colorado. Wir kämpften uns über unzählige Pässe der Rocky Mountains, genossen dabei aber immer wieder die goldgelben Espen (vor allem in Aspen...hi-hi), welche bis auf 3’000 m.ü.M. wachsen. Der höchste aller bisher befahrenen Pässe war der Cottonwood-Pass mit 12’126 ft (= 23 m weniger als 4’000m!). Damit wir aber unseren ersten 4000-er besteigen konnten, erkletterten wir die letzten Meter auf einem Huegel nebenan!

Wir fuhren durch all die von Nils hochgelobten Skigebiete wie z.B Aspen, Breckenridge, Copper Mountain, Keystone, A-Basin etc., aber nirgends war Schnee zu sehen. Immer wieder erklärte er Markus, wie traumhaft es hier im Winter sei und wie toll das Skifahren in Pulverschnee sei, aber zu Nils’ Leidwesen war noch kein Flöckchen Schnee weit und breit! (Scheisse..Anmerkung von Nils)

So fuhren wir weiter nach Denver. Dort war wieder einmal ein Service für Syydiaan angesagt. Wir sollten hier auch mal erwähnen, wie tapfer und pannenfrei er uns über die letzten 25'000 km brachte! Über die hohen Pässe qualmte er sich zwar einen ab, und wir "preschten" oft mit satten 30 km/h über die Berge, aber er hielt allen Strassen, Feld- und Waldwegen stand. Die Mercedes Garage hatte aber weder die Möglichkeit den Camper auf den Lift zu nehmen, noch hatten sie überhaupt eine Ahnung. So kauften wir nur den Öl- und Dieselfilter dort und gingen zum Schnell - Ölwechsel neben an. Unter Markus’ Mithilfe war der Service in 1 Stunde gemacht und wir konnten weiteren Erledigungen nachgehen. So z.B. E-Mails beantworten. Dazu fuhren wir an die Uni, gaben uns als Studenten aus und konnten so 4 Stunden lang gratis das Internet (mit super Computern) benutzen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Zeit es braucht, die Mails zu beantworten. Ok, wir surften auch sonst noch im Netz umher und lasen mal wieder die Basler Zeitung, Weltwoche etc.

Am Abend erinnerte sich Nils noch eines speziellen Schuppens in Denver, dem "Gunshot Willie’s". Diesen besuchte er bereits einmal und es war kein Problem für ihn, dieses Etablisement wieder zu finden...! So gucken wir noch ein Stündchen den Tabledancerinnen (Figüür!) zu, welche da mit grossen Oberweiten und komischen Verrenkungen auf den Tischen tanzten.

Am nächsten Tag fuhren wieder quer durch die Rockies zurück und überquerten dabei wieder viele Pässe. An einem davon blieben wir aber hängen, dem Imogene-Pass nach Telluride. Dieser hätte uns über 13'000 ft gebracht, aber der Schnee 2 Kilometer vor der Passhöhe zwang uns zum Umkehren. Wir müssen dazu aber sagen, dass dieser Pass einer der übelsten Wege war, welche wir je befahren hatten. Mit 4x4-Untersetzung und im Schrittempo krochen wir über Felsen, durch Schlamm und Flüsse, bis zu einer Stelle, wo wir trotz Bremsens wieder rückwärts auf den Abhang zu rutschten. Nils hatte schon die Türfalle in der Hand, bereit zum Abspringen...! Aber Syydiaan stoppte dann doch. So begriffen auch wir, dass es zu gefährlich gewesen wäre, weiter zu fahren.

Über Durango ging’s weiter zum Mesa Verde National Park. Dort lebten vor ca. 1000 Jahren die Anazasi Indianer in Felseinbuchtungen, in welche sie bis zu 4-stoeckige Häuser bauten. Wirklich eindrücklich, wenn man diese Häuser in die Felswand "geklebt" sieht.

Ein weiterer Höhepunkt war wieder auf Arizona-Boden, der Canyon de Chelly www.nps.gov/cach/. Diese wunderschöne Schlucht mit steil abfallenden Seitenwänden liegt im Navajo-Land. Die fruchtbare Talsohle war aber immer wieder Schauplatz von Kämpfen zwischen Hopi und Navajos. Auch dort gibt es in Felseinbuchtungen gebaute Häuser hoch über dem Grund. Wir fanden einen sensationellen Standplatz mit dem Camper für die Nacht: auf einem riesigen Felsen, 5m neben dem ca. 200m tiefen Abgrund in die Schlucht. Eine Aussicht hatten wir da...! Dazu kam noch der Vollmond, welcher nachts alles in ein gespenstisches, helles Licht hüllte. Zufälligerweise war noch Freitag, der 13.! Nein, wir sind nicht abergläubisch und überlebten deshalb diese Nacht ohne Probleme!

Unser nächstes Ziel war der Joshua Tree National Park (www.nps.gov/jotr) in Kalifornien. So war zuerst ödes Fahren durch Wüstenlandschaft angesagt. Am Anfang ist das ja noch interessant, aber nach einigen Stunden geradeaus Fahrens ist man trotzdem immer wieder um eine Abwechslung froh. Die Joshua Trees (nicht nur bekannt wegen U2) geben der Wüste dort ein witziges Aussehen und ermöglichen vielen Tieren einen Lebensraum. So leben hier Coyoten, Bobcats, Roadrunner, Golden Eagles, aber auch Klapperschlangen, Taranteln,Yuccaechsen und Wüstenpinguine unter schwierigsten Bedingungen.

Via Big Bear Lake fuhren wir weiter nach Los Angeles. Beim Herunterfahren in die Ebene taucht man aus der frischen Luft vom 2000 m hohen Big Bear in die Dunst- und Smogglocke von L.A. ein. Dies sieht nicht gerade einladend aus. Wir machten noch einen kurzen Besuch bei Wuerth California (aber Markus, du hast doch gekündigt!?). Danach klopften wir bei Christiane und Matthew in Arcadia (Vorort von L.A.) an. Sie ist die Gotte von Nathalie, welcher Markus auch Götti ist. Wir sehr herzlich aufgenommen. Sie boten jedem von uns ein eigenes Zimmer in ihrem wunderschönen Haus an. Da waren wir natürlich im siebten Himmel, nach 4 Monaten Camperbetten!

Wir möchten hier kurz einen Tag beschreiben, damit ihr einen Eindruck dieser Gastfreundschaft bekommt: Nachdem wir bis Mittag ausgeschlafen hatten und anschliessend ausgiebig frühstückten (4 Sorten Käse, 3 Sorten Schinken, Bündnerfleisch (!), Peperoncini-Omletten, 6 verschiedene Sorten Brot, Quark, Joghurt, Orangensaft und guten Espresso), kauften wir uns Kürbisse, um diese in Halloween - Monsterkürbisse zu verwandeln (www.pumpkinmasters.com). Als es dunkel wurde, stellten wir Kerzen in diese und genossen so die geniale Herbststimmung (trotz 23 Grad und Shorts). Danach gab es natürlich Kürbissuppe aber auch Steaks, Chicken, Tomaten mit Mozzarella und einen guten Wein. Als After-Dinner-Drink gab es entweder Portwein oder Baileys on the rocks. Zum Movie "The Sixth Sense" auf DVD wurde Apfelstrudel mit Vanilleeis serviert. Dazu Espresso und/oder Cappuccino. Um Mitternacht rollten wir uns ins Bett, resp. Nils vors Internet zum Livechat mit Freunden in der Schweiz (der Computer steht im übrigen neben dem Bett). Noch Fragen?

Da "unser" Haus keinen Swimmingpool hat, mussten wir die Gegend auskundschaften. So besuchten wir die Universal Studios in Hollywood (www.universalstudios.com) und den Achterbahn - Vergnügungspark Magic Mountain (www.sixflags.com). Die neueste Topattraktion im Universal Studio ist die Terminator2 - Show. Es zeigt die technischen Möglichkeiten des 3D-Kinos, gemischt mit Live-Schauspielern, Laser- schlacht, Nebel-, Regen-, Soundeffekten. Zum Abschluss "explodierte" das ganze Theater und die Sitz sackten ab. Wooouuuh, da ist man mittendrin statt nur dabei!

Im Sixflags überbieten sich die Achterbahnen gegenseitig. "The Goliath" ist die Neueste und Schnellste. Nach einem 80 m Fall knallt man mit 140 km/h senkrecht in einen Tunnel! Am Abend war "Halloween Fright Night" angesagt. Wir besuchten ein Geisterhaus, das jenseits aller guten Geister war. Man durchlief verschiedene Themenraeume, in welchen sich Echte und Plastikmonster tummelten, Zombies den Leuten nach schlichen und blutverschmierte Gestalten aus Gruften stiegen. Mit genialen Licht- und Nebeleffekten wurde eine perfekte Gruselstimmung erzeugt, welche eigentlich Kindern unter 30 Jahren nicht zugemutet werden kann.

Wir geniessen jetzt noch die Annehmlichkeiten in Christianes Haus, bevor wir nächste Woche in San Diego die Mexikanische Grenze überqueren.

Syydiaan und wir sind bereit für den 2. Teil unserer Panamericana-Reise.

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Nachfolgend unsere Eindrücke von A – Z aus dem Hightechland USA, dem Land der unbegrenzten Dummheiten...sorry Möglichkeiten

A    WIE AMERIKA

 
A Abfallentsorgung, kein Problem! Beim Autofahren einfach zum Fenster rausschmeissen.
   
B Bank of America kann nicht einmal Geld wechseln (!)
   
C Clowns gibt es überall...als Automechaniker, Solarspezialisten oder Visitorinfo-Angestellte.
   
D Dicke Menschen ebenfalls…
   
F Freunde lernt man sehr schnell, aber nur oberflächlich kennen (Smalltalks).
   
G Grosse Brüste bei Frauen (v.a. an kalifornischen Stränden) sind sehr beliebt. Wenn ein Girl 18 wird, bekommt es von den Eltern ein Silikonimplantat zum Geburtstag geschenkt.
   
H Hilfe bei Unfällen ist zu unterlassen. Falls man jemandem hilft und diese Person dadurch noch mehr verletzt, ist man voll schuldig und zahlt fürs Leben.
   
I Indianer leben nur noch in Reservaten...und betrinken sich.
   
J Jäger sind überall willkommen und schiessen auf alles, was sich bewegt. Oder sonst auf wehrlose Verkehrstafeln.
   
K King Kong existiert nur noch in Hollywood, dort aber sehr aktiv (jede Viertelstunde beim Vorbeifahren eines Universal Studios Zuges).
   
L Lärm ist immer beliebt. Je lauter ein Fahrzeug, desto cooler.
   
M Motor abstellen ist kein Thema, weil der Treibstoff immer noch zu günstig ist. Der Indianerstamm "Stands with running engine" ist immer noch sehr weit verbreitet.
   
N Natur ist einfach (noch) genial!
   
O Öffentliches Alkoholtrinken ist verboten. Dafür sind geladene Waffen in der Öffentlichkeit kein Problem.
   
P Polizeiwagen sind nur cool, wenn sie mind. 20 blinkende Lichter haben.
   
Q (I)Q der Durchschnittsamerikaner ist sehr tief.
   
R Reifen müssen beim Anfahren pfeifen.
   
S Shopping in Lebensmittelläden ist dank starken Klimaanlagen und offenen Tiefkühlregalen nur mit winterfester Kleidung möglich.
   
T Toilettenpapier braucht man nach dem Verrichten seines Geschäftes mind. 250 Meter, weil es unglaublich dünn ist.
   
U Uniformen sind beliebt. Vor allem die vierfarbigen Kampfkombis bei Fischern. Schliesslich muss man sich tarnen wenn man einen Fisch anschleicht.
   
V Verkehrsaufkommen in Grossstädten ist gigantisch (6-spurige, verstopfte Highways sind keine Seltenheit).
   
W Wildwestmanieren sind alltäglich, denn jeder besitzt eine Waffe.