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Reisebericht 7 Nicaragua, Costa Rica, Panama (Januar 2001) Am 2. Januar überquerten wir die Grenze nach Nicaragua und verliessen Honduras, das bisher ärmste Land entlang der Panamericana. Wir fuhren direkt zum Masaya N.P. und erreichten diesen gerade noch rechtzeitig, um im Park zu campen. Dafür waren wir, nebst einem bewaffneten Soldaten, die einzigen Besucher. Dieser "Militärfritz" bewacht wahrscheinlich den Park, damit dieser nicht gestohlen wird oder der Vulkan nicht ausbrechen kann. Am nächsten Morgen besuchte uns ein Ameisenbär (iiööh, so härzig). Nach dem Frühstück fuhren wir hinauf zum Kraterrand des aktiven Vulkans. Riesige Dampfschwaden schiessen aus dem Kegel und hinterlassen eine grosse Wolke am Himmel, welche schon von weitem sichtbar ist. Am Nachmittag kauften wir uns endlich Hängematten auf dem lokalen Markt. Dann ging's weiter nach Granada, einer Kolonialstadt am Lago Nicaragua. Dieser ist der 10. grösste Süsswassersee der Welt mit 2 Vulkaninseln (ah, jetzt ja, eine Insel mit 2 Bergen...). Im See leben die weltweit einzigen Süsswasser - Haie, welche bis zu 3 Meter gross werden. Leider ist der See aber so stark verschmutzt, dass "normale" Menschen dort nicht baden können. In Granada übernachteten wir mit Syydiaan auf dem Feuerwehrposten vis-à-vis des "Bearded Monkey"-Backpackers. Dort blieben wir einmal mehr an der Bar hängen und unterhielten uns mit internationalen Rucksacktouristen. Wie auch in Mexiko hatte Markus am letzten Tag im Land noch ein Intermezzo mit der Policia Local: Eigentlich verständlich, wenn man innerorts unangeschnallt und zu schnell bei doppelter Sicherheitslinie einen dieser alten Stinkbusse überholt. Doch mit blödem Gesültze und guten Argumenten kamen wir auch diesmal wieder um die $ 120.-- Busse. Nicaragua war problemlos zu bereisen, obwohl als gefährlichstes Land Zentralamerikas verschrien. Die Grenze zu Costa Rica konnten wir mit Hilfe eines "Grenzagenten" problemlos passieren. Okay, wir haben ja ein schlechtes Gewissen, denn wir umgingen unfairerweise eine 2-stuendige Warteschlange. Das erste Highlight Costa Ricas war der Santa Rosa N.P.. Auf einer 4x4 Strecke kämpfen wir uns beim Eindunkeln an den tollen Pazifikstrand. Auf dem Weg dorthin sahen wir Kapuzineraffen, Agutis und verschiedene Leguane. Am Strand wurden wir Zeugen eines weiteren Naturspektakels: Blau phosphoreszierendes Plankton wurde angeschwemmt und liess diese Leuchtpunkte in den Wellen tanzen. Beim Nachtessen besuchte uns Familie Waschbär. Unser nächstes Ziel war der Ferienort Playa Tamarindo, weiter südlich am Pazifik. Dieser Ort ist heute zu 97(!) Prozent in ausländischem Besitz. Europäer und Amerikaner kämpfen dort um die besten Standorte. Die Preise sind mittlerweile so hoch, dass sich Einheimische kein Bier mehr an der Bar leisten können. Wir profitierten vom touristischen Angebot und mieten uns für 3 Stunden je 1 ATV (vierräderige Geländemotorräder) und bretterten mit einem lokalen Führer durch Wälder mit Brüllaffen (nichts ist unmöglich - Toooyoootaaa), sumpfige Bäche, über staubige Strassen und Traumstränden entlang. Mann, hat das Spass gemacht! Wir verliessen die Küste und fuhren in die Berge zum Lago Arenal. An diesem See liegt auch der gleichnamige aktive Vulkan. Leider bekamen wir die flüssige Lava und die fast stündlichen Ausbrüche nicht zu Gesicht, weil sich der Vulkan 2 Tage lang hinter den Wolken versteckte. Dafür konnten wir ein Gratisbad im heissen Fluss nehmen. Auch in dieser Gegend sind die Europäer gut vertreten. So genossen wir bei Tom's German Bakery feinstes Brot, Weisswürste und Hefeweissbier. Und am Abend gab's im Schweizerhotel "Los Heroes" ein Fondue und Kaffi Fertig. Danach übernachteten wir auf dieser künstlich angelegten Alp. Der höchste Vulkan Costa Ricas ist der Irazu mit 3432 m und liegt 50 km ausserhalb der Hauptstadt San José. Beim Parkeingang verbrachten wir eine ungewöhnlich kalte (3 Grad) Nacht. An dieser Stelle möchten wir erwähnen, dass die durchschnittlichen Nachttemperaturen über 25 Grad und die Tageswerte über 30 Grad liegen. Am Kraterrand des Irazu kann man bei guter Fernsicht die beiden Weltmeere Atlantik und Pazifik sehen. In San José machten wir auf der Schweizer Botschaft einige wichtige Abklärungen betreffend Verschiffung von Panama nach Südamerika und das Durchfahren von Kolumbien. Wie angenommen, erhielten wir keine brauchbaren Informationen. Auf der Fahrt nach Jaco Beach sahen wir von einer Brücke aus grosse Krokodile, welche dort am Ufer und im Wasser lagen. Jaco Beach ist ein Surferort, wo wir einen gemütlichen Strandtag einlegten (schliesslich muss man sich ja vom Stress wieder erholen). Dann ging's weiter der Küste entlang zum Manuel Antonio N.P.. Eigentlich ein komischer Name für einen Park, das wäre, als ob unser Nationalpark in Zernez "Hansruedi" heissen würde. Dieser besteht aus einem Urwald und liegt wunderschön an Traumstränden. Wir sahen Agutis, Leguane und eine Schlange. Unser Standplatz war für 3 Tage direkt am Meer unter Palmen. So konnte man sich morgens, um wach zu werden, direkt ins Meer stürzten. Dort lernten wir die beiden Luzernerinnen Melanie und Regula kennen. Und wie es nicht anders sein konnte, mussten wir mit ihnen einen Strandjass (mit Schälle unte und Eichle obe, oder so) machen. Den Abend verbrachten wir mit ihnen in einer gemütlichen Strandbar. Als wir am Samstagmorgen nach einer Wanderung durch den N.P. zurück zu Syydiaan kamen, war dieser umlagert von Ticos (so werden die Einheimischen genannt), die seinen Schatten ausnutzten. Das Campieren ist bei den Ticos sehr beliebt. Manuel Antonio war unsere letzte Attraktion in Costa Rica. Dieses Land wird auch die Schweiz von Zentralamerika genannt, weil es sehr sicher, gut organisiert und dementsprechend auch teuer ist. Nachdem wir Honduras als das ärmste, Nicaragua als das gefährlichste und Costa Rica als das teuerste Land Zentralamerikas kennengelernt hatten, scheint Panama das dümmste Land zu sein. Weil wir wussten, wie schwierig es ist, eine Überfahrt von Panama nach Südamerika zu ergattern (vor 3 Jahren wurde eine einfache Fähre nach Kolumbien eingestellt), fuhren wir zügig in die Hauptstadt. Wir begannen sofort mit dem Abchecken verschiedener Adressen und stellten fest, dass wir keinen Container, weder offen noch geschlossen, finden werden. Zudem realisierten wir, dass Kolumbien definitiv zu gefährlich ist und wir direkt nach Ecuador verschiffen müssen. Auch ein illegaler Weg mit einem Landungsboot stellte sich als Flopp heraus, weil das eine Boot keinen Motor hatte und der andere Kapitän keine internationale Bewilligung. Der ganze Spass kostete uns $ 40.-- wegen unserer Gutgläubigkeit. Nach 2 erfolglosen Tagen nutzten wir die Synergien und schlossen uns mit den beiden Israelis Yossi und Flesh zusammen. Im Burger King arbeiteten wir eine Strategie für das weitere Vorgehen aus. Die nächsten Tage verbrachten wir mit Warten und Warten und zwischendurch warteten wir und wurden immer wieder auf morgen vertröstet. Dank der israelischen Botschaft (liebe Schweizer Botschaft, nehmt euch dort einmal ein Beispiel!) fanden wir eine brauchbare Lösung. Die Firma Barwil hat ein Ro/Ro-Schiff, welches von Panama City am 5.2.01 (mittlerweile 6.2.01) nach Manta in Ecuador fährt. Die Firma Cortes & Cortes erledigte mit uns den unglaublichen Papierkrieg. Um uns von den Strapazen dieser lauten und heissen Dreckstadt zu erholen, gingen wir zusammen ins Kino, besuchten das Sting-Konzert oder vergnügten uns in den Pubs. Eigentlich brauchten wir gar kein Kino, um Spannendes zu erleben: Als wir gemütlich vor unserem Hotel sassen und einen kühlen Martini genossen, wurde nebenan ein Security Guard auf offener Strasse erschossen - wirklich eine tolle Stadt! Nun hatten wir genug und überbrückten das Warten an den Pazifikstränden weiter westlich. Mit Surfen (die Israelis brachten es uns bei), Baden und BBQs ging die Zeit schneller rum. Mit von der Partie waren noch Jill, eine Californierin, Irene, eine Thunerin und Nina, eine Deutsche, welche in der 2. Bundesliga Volleyball spielt. Nach 5 Tagen mussten wir vier wieder zurück nach Panama City, um die definitiven Formalitäten zu erledigen. Hier trafen wir wieder auf das bayrische VW-Bus-Paar Moni und Thomas. Sie sind jetzt ebenfalls auf das gleiche Schiff gebucht. Nun warten wir zu sechst auf die Abfahrt unseres Schiffes nach Ecuador in dieser stickigen Stinkstadt, wo so gut wie nichts funktioniert! |